Interview mit Adel Tawil
Am 21. August sind sie die Headliner des Frog Rock Q-Open Airs auf dem Quakenbrücker Segelflugplatz: die deutschen Chartstürmer Ich + Ich. Jetzt führt die Reise Sänger Adel Tawil und vielleicht auch Annette Humpe, die Frau im Hintergrund, nach Quakenbrück.
Seit 145 Wochen hält sich das 2007er Erfolgsalbum „Vom selben Stern“ in den Charts und auch die aktuelle CD „Gute Reise“ ist ein Hitparadendauerbrenner: In 31 Wochen wurden eine halbe Million Exemplare verkauft.
In einem Interview sprach Adel Tawil über seine Show, über Tourstress und die Festivalsaison in Deutschland.
Adel Tawil, sie haben eine erfolgreiche Tour abgeschlossen, jetzt stehen diverse Festival-Termine an. Bedeutet das für sie Stress?
Adel Tawil: Ganz im Gegenteil. Als im März die Tour zu Ende ging - und im Grunde toure ich seit 2008 mehr oder weniger am Stück - war ich tatsächlich ein bisschen wehmütig, weil mir die Live-Geschichte richtiggehend ans Herz gewachsen ist: Die Band, das Publikum, das Team, die gemeinsamen Erlebnisse. Daher freue ich mich umso mehr auf die Sommer-Festivals und damit auch auf das Frog Rock Q-Open Air in Quakenbrück.
Sind sie schon einmal in Quakenbrück gewesen?
Adel Tawil: Nein, den Ort kannte ich bisher nicht. Aber seitdem ich quer durch die Republik reise, um meine Konzerte zu geben, ist mir erst einmal aufgefallen, wie viele schöne Regionen es in Deutschland gibt. Dazu gehört die Gegend rund um Quakenbrück bestimmt auch.
Haben sie auf Tournee denn überhaupt Zeit, um Städte zu erkunden?
Adel Tawil: Tatsächlich ist das ein Problem, weil so etwas wie ein Stadtbummel eigentlich nur an freien Tagen, an so genannten Off Days möglich ist. Und da liege ich ehrlich gesagt am liebsten nur im Bett, relaxe und gehe nicht raus. Daher werde ich mich demnächst, wenn ich mal ein bisschen Zeit habe, in mein Auto setzen und quer durch´s Land fahren, von Ost nach West, von Norden nach Süden.
Unterscheiden sich Ihre Open Air-Auftritte von den Hallenkonzerten?
Adel Tawil: Na klar. Wir setzen uns vor den Festivals zusammen und machen uns Gedanken: Wie ändern wir die Setliste, weil bestimmte Songs unter freiem Himmel ganz anders wirken? Außerdem kann man mit der Dämmerung spielen, gerade was das Licht angeht. Dann schauen wir, an welcher Stelle wir das Akustik-Set positionieren, das wir Open Air natürlich auch im Programm haben.
Bauen sie für das Akustik-Set wieder eine Extra-Bühne auf?
Adel Tawil: Ja, denn je größer der Event, desto wichtiger finde ich es, dass die Leute, die weiter von der großen Bühne entfernt stehen, uns auch mal aus der Nähe betrachten können. Wir haben die Akustik-Lieder unter das Motto „Gute Reise“ gestellt. So trommelt beispielsweise unser Schlagzeuger auf echten Reisekoffern herum.
Beteiligt sich Annette Humpe, die ja nicht auf die Bühne geht, sondern im Hintergrund als Komponistin, Texterin und Strippenzieherin agiert, an Entscheidungen zur Show?
Adel Tawil: Sie nimmt an solchen Gesprächen teil, ist aber nicht die „letzte Instanz“, wenn sie das meinen. Sie ist eine wichtige Ratgeberin, aber im Endeffekt sagt sie: „Du stehst auf der Bühne, also musst Du das auch entscheiden.“
Stellen sie eigentlich Unterschiede bei der Publikumsreaktion in der Großstadt oder in ländlicheren Regionen fest?
Adel Tawil: Durchaus. Die Zuschauer in kleineren Städten sind vielleicht ein wenig dankbarer. Da zählt der Event, man will einen schönen Abend verleben. In einigen Metropolen steht da schon mal die Musikpolizei mit verschränkten Armen mit der Haltung: Na, mal sehen was die Band und der Sänger uns so zu bieten haben. Das heißt allerdings nicht, dass die Leute in den ländlicheren Gegenden anspruchsloser sind. Wenn man da keine Qualität abliefert, kann das böser enden als in der Großstadt.
Sind Sie ein Mann, der für die Bühne geschaffen ist?
Adel Tawil: Das kann man sagen. Ich empfinde das Fahren von einer Stadt zur anderen eher als Stress, während die Auftritte abends der pure Spaß sind. Das ist dann so etwas wie die Belohnung für den Tourstress. Ich stehe auch lieber auf der Bühne als im Studio. Deswegen freue ich mich auch, dass ich in diesem Jahr „Studiofrei“ habe. Stattdessen kommen jetzt die Open Airs wie das in der Berliner Wuhlheide oder in Quakenbrück. Und darauf bin ich gespannt: Die Norddeutschen sind nämlich viel herzlicher als ihr Ruf. Dass die Menschen hier „Nordisch kühl“ sind, kann ich nicht bestätigen. In meinen Konzerten ist eher das Gegenteil der Fall…
Das Interview führte Leo Neumann für Goldrush Productions GmbH
In einem Interview sprach Adel Tawil über seine Show, über Tourstress und die Festivalsaison in Deutschland.
Adel Tawil, sie haben eine erfolgreiche Tour abgeschlossen, jetzt stehen diverse Festival-Termine an. Bedeutet das für sie Stress?
Adel Tawil: Ganz im Gegenteil. Als im März die Tour zu Ende ging - und im Grunde toure ich seit 2008 mehr oder weniger am Stück - war ich tatsächlich ein bisschen wehmütig, weil mir die Live-Geschichte richtiggehend ans Herz gewachsen ist: Die Band, das Publikum, das Team, die gemeinsamen Erlebnisse. Daher freue ich mich umso mehr auf die Sommer-Festivals und damit auch auf das Frog Rock Q-Open Air in Quakenbrück.
Sind sie schon einmal in Quakenbrück gewesen?
Adel Tawil: Nein, den Ort kannte ich bisher nicht. Aber seitdem ich quer durch die Republik reise, um meine Konzerte zu geben, ist mir erst einmal aufgefallen, wie viele schöne Regionen es in Deutschland gibt. Dazu gehört die Gegend rund um Quakenbrück bestimmt auch.
Haben sie auf Tournee denn überhaupt Zeit, um Städte zu erkunden?
Adel Tawil: Tatsächlich ist das ein Problem, weil so etwas wie ein Stadtbummel eigentlich nur an freien Tagen, an so genannten Off Days möglich ist. Und da liege ich ehrlich gesagt am liebsten nur im Bett, relaxe und gehe nicht raus. Daher werde ich mich demnächst, wenn ich mal ein bisschen Zeit habe, in mein Auto setzen und quer durch´s Land fahren, von Ost nach West, von Norden nach Süden.
Unterscheiden sich Ihre Open Air-Auftritte von den Hallenkonzerten?
Adel Tawil: Na klar. Wir setzen uns vor den Festivals zusammen und machen uns Gedanken: Wie ändern wir die Setliste, weil bestimmte Songs unter freiem Himmel ganz anders wirken? Außerdem kann man mit der Dämmerung spielen, gerade was das Licht angeht. Dann schauen wir, an welcher Stelle wir das Akustik-Set positionieren, das wir Open Air natürlich auch im Programm haben.
Bauen sie für das Akustik-Set wieder eine Extra-Bühne auf?
Adel Tawil: Ja, denn je größer der Event, desto wichtiger finde ich es, dass die Leute, die weiter von der großen Bühne entfernt stehen, uns auch mal aus der Nähe betrachten können. Wir haben die Akustik-Lieder unter das Motto „Gute Reise“ gestellt. So trommelt beispielsweise unser Schlagzeuger auf echten Reisekoffern herum.
Foto: Olaf Heine
Adel Tawil: Sie nimmt an solchen Gesprächen teil, ist aber nicht die „letzte Instanz“, wenn sie das meinen. Sie ist eine wichtige Ratgeberin, aber im Endeffekt sagt sie: „Du stehst auf der Bühne, also musst Du das auch entscheiden.“
Stellen sie eigentlich Unterschiede bei der Publikumsreaktion in der Großstadt oder in ländlicheren Regionen fest?
Adel Tawil: Durchaus. Die Zuschauer in kleineren Städten sind vielleicht ein wenig dankbarer. Da zählt der Event, man will einen schönen Abend verleben. In einigen Metropolen steht da schon mal die Musikpolizei mit verschränkten Armen mit der Haltung: Na, mal sehen was die Band und der Sänger uns so zu bieten haben. Das heißt allerdings nicht, dass die Leute in den ländlicheren Gegenden anspruchsloser sind. Wenn man da keine Qualität abliefert, kann das böser enden als in der Großstadt.
Sind Sie ein Mann, der für die Bühne geschaffen ist?
Adel Tawil: Das kann man sagen. Ich empfinde das Fahren von einer Stadt zur anderen eher als Stress, während die Auftritte abends der pure Spaß sind. Das ist dann so etwas wie die Belohnung für den Tourstress. Ich stehe auch lieber auf der Bühne als im Studio. Deswegen freue ich mich auch, dass ich in diesem Jahr „Studiofrei“ habe. Stattdessen kommen jetzt die Open Airs wie das in der Berliner Wuhlheide oder in Quakenbrück. Und darauf bin ich gespannt: Die Norddeutschen sind nämlich viel herzlicher als ihr Ruf. Dass die Menschen hier „Nordisch kühl“ sind, kann ich nicht bestätigen. In meinen Konzerten ist eher das Gegenteil der Fall…
Das Interview führte Leo Neumann für Goldrush Productions GmbH
http://www.artland.de
