Diese Seite drucken
 
Termin:
21.02.2020

Uhrzeit:
18:30 Uhr


Der erste  AAQ woher – wohin  Abend des Jahres 2020 gilt eigentlich der Rolle der Presse und der Medien  in unserer Gesellschaft. Wie funktionieren Informationsbeschaffung und Meinungsbildung mit diesen Instrumenten? Am markanten Beispiel der Migrationsfrage wird der renommierte, in Quakenbrück geboren und aufgewachsene Journalist und Publizist Christian Jakob referieren und reflektieren.



Christian Jakob arbeitet /schreibt bei der Berliner taz zu Rechtspopulismus, Migrationspolitik u.a. 1979 in Quakenbrück geboren studierte er Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Bremen und Mailand, außerdem Global Studies in Berlin, Buenos Aires und Delhi. Seit 2006 ist er Redakteur der tageszeitung, zuerst bei der taz Nord in Bremen und seit nunmehr 7 Jahren in Berlin.

 

Christian Jakob
Christian Jakob (Foto privat)

 

Publikationen der letzten Jahre zeigen Jakobs Themen, sie heißen z.B. 2016  „Die Bleibenden. Wie Flüchtlinge Deutschland seit 20 Jahren verändern“, 2016 „Gegenhalten! Mythen und Fakten zur Migrations- und Flüchtlingspolitik“ oder 2019 „Angriff auf Europa - Die Internationale des Rechtspopulismus“. Die Arbeit an diesen Themen verdichtet sich ihm zu allgemein relevanten Thesen, mit denen er seinen Betrag für den AAQ-Abend so annonciert:

 

Es heißt, nicht alle Deutschen glauben an Gott – aber alle an die Bundesbank. Lange hätte man ergänzen können: Und an die Tagesschau. Doch das ist vorbei. Das Vertrauen in die großen Medien schwindet, sie selbst geraten in die Schusslinie. Kamerateams des ZDF etwa haben den Schriftzug an ihrem Wagen entfernt, bevor sie in Dresden von "Pegida" berichtet haben – begleitet von eigenen Sicherheitsleuten. Vor 2015 wäre so etwas undenkbar gewesen. Die Ankunft der Flüchtlinge hat einen gesellschaftlichen Großkonflikt angefacht, in dem die Medien eine zentrale Rolle spielen. Sie selbst werden als "Merkel-" oder "Systemmedien", ihre Asyl-Berichterstattung als "Volksverrat" geschmäht. Diese Anwürfe stammen von einer wachsenden Zahl an Menschen, die sich zur Informationsbeschaffung in die dunklen Ecken des Internets verabschiedet haben und sich dort verhetzen lassen.


Der Hass, den sie JournalistInnen entgegenbringen, ist Ausdruck einer wachsenden Verachtung für die liberale Demokratie insgesamt. Denn genauso wie die ZDF-Kameraleute trifft dieser Hass, teils wortgleich, heute etwa den CDU-Bürgermeister von Kerpen oder den Polizeipräsidenten von Oldenburg, die Morddrohungen bekommen, weil sie sich gegen Rassismus äußern. Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht auch deshalb die liberale Demokratie insgesamt in der Krise. Manche wollen diese Krise mit härteren Asylgesetzen, andere mit höheren Sozialleistungen befrieden. Beides wird nicht helfen. Denn die Migration selbst ist keineswegs die Ursache dafür, dass heute viele Deutsche nicht nur nicht mehr an die Bundesbank und die Tagesschau glauben, sondern gleich mit den Institutionen insgesamt aufräumen wollen. Was lässt sich also aus der Medienkrise darüber lernen, wie die liberale Demokratie insgesamt zu verteidigen ist?


Die Artland Akademie freut sich zusammen mit Interessenten, sicher auch mit alten Weggefährten des Referenten – bestimmt aber Frau Anette Wesemeyer, seiner früheren Lehrerin, die den entscheidenden Kontakt zu Christian Jakob für den AAQ-Vorstand suchte und fand, auf seinen Besuch in der Heimatstadt.

 

So darf  ich Sie wieder einmal im Namen des AAQ-Vorstandes einladen, sich auf den Weg ins CKQ zu machen. Nach Vortrag und Diskussion besteht wie üblich beim Imbiß Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Begegnung mit Teilnehmern und dem Referenten.

 

Anmeldung per Email: artland-akademie-quakenbrueck@t-online.de
oder Telefon: 05431 / 187 5291 (AB)

 



Veranstalter:
Artland-Akademie Quakenbrück e.V.
Wilhelmstraße 7
49610 Quakenbrück
Telefon: 05431 / 1 87 52 91
Homepage: https://www.artland-akademie.de
E-Mail: info@artland-akademie.de


Ort:
Christliches Krankenhaus Quakenbrück
Danziger Straße 2
49610 Quakenbrück
Telefon: 05431 / 15 - 0
Homepage: www.ckq-gmbh.de
E-Mail: info@ckq-gmbh.de


Preise:
8,00 Euro
4,00 Euro Schüler und Studierende